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Personenwagen
No. 224 – Bentley Continental Sports Saloon

      Mit diesem Bentley habe ich erstmals ein Modell gekauft, das ich in den Sechzigern nicht hatte. Es ist einfach ein Klassiker, den ich unbedingt in meine Sammlung aufnehmen wollte. (Man unterschätze bei Sammlern nie den „Haben-will-Faktor“!)

      Welches Modell hat mich dazu gebracht, meine eben erst definierten Prinzipien für den Sammlungsaufbau zu verwässern? Die Abbildung oben zeigt die erste Ankündigung in einem leaflet aus dem Jahr 1961; die entsprechende Preisliste nennt 7/6 für diesen Bentley. Im kurz danach erschienenen Katalog 1961 waren es dann 7/7 – das waren rund 3 Shilling mehr, als das zweitteuerste PKW-Modell kostete! Was war so besonders an diesem Modell, dass davon trotz dieses relativ hohen Preises bis zum Produktionsende 1965 964 000 Exemplare verkauft wurden?

      Van Cleemput schreibt zu diesem Modell: „This model could be termed exotic for its jewelled headlights and ruby rear lights alone.“ Insgesamt nennt er drei herausragende Neuentwicklungen bei diesem Bentley, die auch in einer im Great Book of Corgi abgedruckten zeitgenössischen Corgi-Anzeige erwähnt werden:
      Neben den erwähnten Strasssteinen als Scheinwerfer (und als Rücklichter – das gab es meines Wissens nur bei einem anderen Modell, dem Toyata 2000 GT zum James-Bond-Film „You only live twice“, No. 336) gab es erstmals das self-centring steering und einen zu öffnenden Kofferraumdeckel, unter dem sich ein entnehmbares Reserverad befand.
      Ausserdem gab es erstmals bei Corgi an diesem Modell einen verchromten Kühlergrill und verchromte Stossstangen.

   

      Ich hatte sogar überlegt, diesen Bentley, da es ja nur um die Dokumentation eines Corgi-Meilensteins ohne emotionale Bindung an das 60er-Jahre-Original ging, in der Version als → Re-issue des Corgi Model Club zu erwerben. Davon abgehalten hat mich neben meiner grundsätzlichen Zurückhaltung gegenüber diesen Modellen, dass die Replika nicht in meiner bei diesem Auto bevorzugten Farbgebung gehalten ist und dass sie ein Alleinstellungsmerkmal des Originals leider nicht reproduziert:
      Dieser Bentley war das einzige Corgi-Modell mit grauen Reifen.


      Warum man sich für diese ungewöhnliche Farbgebung der Bereifung entschieden hatte, geht aus der mir zur Verfügung stehenden Literatur nicht hervor. Auf jeden Fall ist das Resultat optisch sehr ansprechend, vor allem bei der schwarz-silbernen Ausführung des Autos. Solche Reifen waren bei Corgi nie als Zubehör verfügbar, es gibt sie aber heute bei spezialisierten Ersatzteilhändlern.

      Diesen Bentley gab es in verschiedenen Zwei-Farben-Lackierungen, und zwar (oben/unten) weiss/dunkelgrün, hellgrün/dunkelgrün und schwarz/grau. Das saubere Abkleben ist eine Herausforderung für Restaurateure, weshalb sich manche Corgi-Enthusiasten beim Wiederaufbau für eine einfarbige Lackierung entscheiden.
      Einfarbig gab es das Auto nur im ziemlich seltenen (23 000 Exemplare) „Golden Guinea Gift Set No. 20“, das den Bentley Continental (No. 224), den Chevrolet Corvair (No. 229) und den Ford Consul Classic (No. 234) mit einer dünnen goldenen Vakuumbeschichtung enthielt.
      Dieses Set ist hier nicht das Thema, aber wenn ich schon einmal davon anfange, sollte ich noch erklären, woher der Name kommt: Die Guinee (engl. guinea) ist eine alte Währungseinheit, die im Gegensatz zum Pfund Sterling (entsprechend 20 Shilling) einen Wert von 21 Shilling hat (dezimal £1.05). In Guinees wird allenfalls noch bei Waren des gehobenen Bedarfs abgerechnet; der Gemüsehändler stellt Rechnungen in Pfund, der Herrenschneider in der Savile Row in Guinees. Das Set wurde also für 21/- verkauft. In guter Erhaltung ist es relativ teuer, da die hauchdünne Goldbeschichtung bei den meisten Modellen im Laufe der Zeit ziemlich gelitten hat. Es wurde nie in einem Katalog aufgeführt.

      Obwohl dieser Bentley sich sehr gut verkaufte, wurde die Produktion des Modells schon 1965 eingestellt. Beim → Corgi Model Club findet man als Grund dafür, dass die Produktion für Corgi schlicht zu teuer geworden sei. Eine noch weitere Preiserhöhung (man war inzwischen bei 7/8 angekommen [Katalog 1965]) hielt man vielleicht für am Markt nicht durchsetzbar; ich habe diese Information allerdings in keiner anderen Quelle gefunden.


Literatur/Links:


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Erste Veröffentlichung am 2. Juni 2023, letzte Bearbeitung am 9. Juni 2023.


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